DIE WEINE DES MONATS : DIE WEINE DES MONATS

von

LOIRE

Rassiger Klassiker:

Pouilly fumé

Der ewige Welterfolg der französischen Weine liegt sicher zum großen Teil darin, begründet, dass der Käufer fast immer genau weiß, welcher Geschmack ihn erwartet. Ein Sancerre, erst recht ein Pouilly fumé, wird absolut immer ein rassiger, sehr trocken vinifizierter Sauvignon blanc ohne merklichen Holzgeschmack sein. Beide Weine sind typisch für die Loire, wo auf einem lang gestreckten Flickenteppich von Rebgärten viele eigenwillige Weine wachsen, die es so nur dort gibt. Zu den besten Erzeugern gehört das Chateau de Tracy, das immerhin rund 200 Hektar Weinberge am Loire-Mittellauf bewirtschaftet.

Hier wird das streng selektierte Traubengut in zwei Partien mit deutlichem Zeitabstand geerntet, um Frische und Aromatik in perfekte Balance zu bringen. Der 2010 Chateau de Tracy Pouilly fumé zeigt also die mineralischen Anklänge des mit Feuerstein (Silex) durchsetzten Kalksteinbodens und die feinen Sortenaromen wie Stachelbeere, grüne Paprika oder Grapefruit. Am Gaumen ist er ausgesprochen elegant mit Frische und großer Länge – ein idealer Partner für mittelkräftige Fischgerichte oder Ziegenkäse, noch mehrere Jahre in Topform. Die Flasche kostet angemessene 26,90 Euro in der Weinhandlung Bruhn in der Güntzelstraße 46 in Wilmersdorf und bei Welt der Weine in der Winsstraße 17, Prenzlauer Berg.

CORBIÈRES

Wuchtig-samtiger Roter aus dem französischen Südwesten

Die Rotweine aus dem Languedoc im französischen Südwesten sind zwar weniger berühmt, doch auch sie haben im Aufschwung der letzten Jahrzehnte ein klares Geschmacksprofil gewonnen: mittelmeertypische Sorten wie Cinsault, Mourvedre, Syrah und Grenache haben sich schon stark gegen die ertragreiche, aber eher finessenarme Carignan durchgesetzt, die bisweilen als „Plage des europäischen Weinbaus“ bezeichnet wurde. Weit verbreitet ist dort inzwischen auch die aus dem Beaujolais bekannte Methode der Macération carbonique, bei der die Gärung in den Beeren unter Sauerstoffabschluss startet – eine Methode, die fruchtbetonte, aromatische und früh trinkbare Weine ergibt.

Auch Carol und Pierre Camilleri- Bloch, Winzer vom Chateau de Cerbier in der Unterregion Corbières, arbeiten damit. Ihre 2009 Cuvée Indiana, die nach der Gärung noch etwa ein Jahr in Eichenfässern reifte, enthält Grenache, Syrah und auch einen Teil der verrufenen Carignan, die in den Händen qualitätsbewusster Winzer Sinn ergibt – ein stämmiger Roter, der an Veilchen, Lakritz und vollreife Früchte erinnert und mit seidigem Tannin imponiert. Die Flasche kostet 12,90 Euro bei Chez Gustave, Inselstraße 13 in Mitte und im REA-Getränkemarkt, Regensburger Str. 8, Wilmersdorf. Bernd Matthies

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