Kultur : Dirigent Dohnanyi boykottiert die Budapester Oper

Der Dirigent Christoph von Dohnanyi hat einen Gastauftritt an der Ungarischen Staatsoper abgesagt – aus Protest gegen die Berufung Rechtsradikaler an das Budapester Theaters Uj Szinhaz. Der Dramatiker und Vorsitzende der außerparlamentarischen, rechtsextremen Partei MIEP, Istvan Csurka, sowie György Dörner sollen ab Februar 2012 das bislang liberale „Neue Theater“ leiten. Dohnanyi, der ungarische Wurzeln hat, erklärte, er werde nicht in einer Stadt auftreten, „deren Oberbürgermeister die Führung eines Theaters zwei bekannten Antisemiten anvertraut hat“.

Gegen die umstrittenen Ernennungen haben bereits zahlreiche Künstler aus Ungarn und aus dem Ausland protestiert. In seiner Bewerbung um das Amt hatte Csurka der „entarteten, krankhaften liberalen Hegemonie“ im Theaterbetrieb den Kampf angesagt. Er wolle „das unter dem sozialliberalen Joch ächzende Ungarntum“ befreien, sagte er. Die Leitung der Budapester Oper erwägt nun, Christoph von Dohnanyi auf Schadensersatz zu verklagen. Als Ersatzdirigent für die geplanten Aufführugen hat sich bereits der rumänische Dirigent Ion Marin verpflichten lassen. dpa

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