Kultur : Disco-Cowboy

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REGGAE

Er nennt sich Eek-a-mouse, denn er hat viel Pech gehabt in seinem Leben. Ripton Hylton aus Kingston war in ein Rennpferd gleichen ns wie vernarrt. Immer wieder hat er darauf gesetzt und verloren, bevor er in den Achtzigerjahren als Eek-A-Mouse zum Superstar der Dancehall-Reggae-Szene wurde. Berüchtigt ist nicht nur sein eigenwilliger Gesangsstil, der sich anhört, als hätte er gerade einen Satz Ping-Pong-Bälle verschluckt. Im Loft präsentiert sich der muskelbepackte Zwei-Meter-Hünen als obercooler Disco-Cowboy: mit schwarzem Netzhemd, Riesengürtelschnalle, Biker-Boots und Stetson. Die Musik funktioniert wie ein Italo-Western im Nachmittagsprogramm. Mit lodernder Rockgitarre, Synthiefanfaren, treibendem Brummelbass und einem Anführer mit seinem rüden Kauderwelsch („Wa-do-dem-di-beng-dengboing!“) die frohe Botschaft von der ewigen Party verkündet, bei der sich alles um Chicks, Money und jede Menge Ganjah dreht. Die wird dankbar vom Publikum empfangen, derweil Marihuana-Schwaden das Geknatter umwölken, bis die Show nach etwa siebzig Minuten in Rauch und Schweiß zu Ende geht. Biddy-Biddy-Beng-Beng. Volker Lüke

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