Django Django live in Berlin : Höher hüpfen

Die britische Indie-Pop-Gruppe Django Django beendete ihre Europa-Tour zum Album "Born Under Saturn" mit einem euphorischen Konzert im Berliner Postbahnhof.

Anne-Sophie Balzer
Die britische Popband Django Django.
Die britische Popband Django Django.Foto: Promo

Sie haben ihre textile Uniformität aufgegeben. Trugen Django Django früher stets auffällig kuratierte Bühnenoutfits – identische, wild gemusterte Hemden, Polyestertrikots oder die gleichen T-Shirts –, durfte vor dem Auftritt im Berliner Postbahnhof nun offenbar jeder der vier Musiker selbst entscheiden, was er anzieht. Die Stimmung auf der Bühne ist ausgelassen, denn es ist der letzte Abend der Europa-Tour zu Django Djangos zweitem Albums „Born Under Saturn“.

Sänger und Gitarrist Vincent Neff kommt aus dem Hüpfen und „Come on people of Berlin“-Schreien gar nicht mehr heraus. Das Streifenhemd klebt schnell am Rücken, die Haare stehen vom Kopf ab. Der Bassist und zweite Sänger Jimmy Dixon, der die Kopfstimme im charakteristischen zweistimmigen Gesang übernimmt, schwenkt sein Instrument euphorisch und wackelt mit dem Kopf wie ein Vogel Strauß. Der wahre Tausendsassa ist aber Tommy Grace, der oft parallel Klavier spielt, den Synthesizer steuert, Background Vocals singt und allerlei Glocken und Ratschgurken bedient. Und wenn Drummer David Maclean Verstärkung braucht, rennt Grace zu ihm rüber, um Pauke oder Becken zu schlagen.

Das neue Album ist deutlich elektronischer und psychedelischer als der Vorgänger

Die zwei Alben der Band, die sich an der Kunsthochschule in Edinburgh kennenlernte, ergeben ein rundes Konzert. Während die alten Songs auf fetten Surf- oder Akustikgitarren gespielt werden und viele Elemente aus Blues, Country oder dem arabischen Raum enthalten, ist die neue Platte deutlich elektronischer und psychedelischer geworden.

Doch das Besondere an Django Django sind ihre polyrhythmischen Kompositionen und der für eine Indie-Band fette Beat. Rhythmus- und Perkussionelemente nehmen viel Raum ein und machen die Songs tanzbar. Das passiert wohl, wenn der Drummer auch als Produzent und Songschreiber fungiert. Viele der neuen Stücke sind immer noch im Blues und Country verwurzelt, nur werden sie jetzt von Drumcomputer und Synthesizer dominiert. Leider kommt die Anlage mit dem Sound der Band nur mittelmäßig klar, was die Freude am Zuhören ein bisschen schmälert.

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