Documenta-Abbau : Immer weniger Kunst in Kassel

Einen Tag nach Ende der Documenta haben heute in Kassel Handwerker statt Künstler das Bild bestimmt. An allen fünf Standorten der zwölften "Weltkunstausstellung" begann der Abbau der etwa 500 Kunstwerke.

Documenta Foto: dpa
Landschaftsgärtner tragen das Mohnfeld der Kroatin Sanja Ivekovic ab. -Foto: dpa

KasselEin Teil der Arbeiten geht an die Ateliers zurück, viele Stücke wurden aber auch verkauft und werden gleich an ihre neuen Eigentümer verschifft. Das Karussell von Andreas Siekmann vor dem Fridericianum war am Mittag schon fast verschwunden, auch andere Außeninstallationen sind bald weg. In den Hallen müssen viele Objekte zunächst gesichert werden, bevor sie verschickt werden können.

Mitten auf dem Friedrichsplatz zwischen den einzelnen Documenta-Bauten begannen schon am Morgen Maschinen, das Mohnfeld von Sanja Ivekovic abzuräumen. Wie Mähdrescher pflügten sie die Pflanzen unter und förderten dann die Abfälle auf Kleinlaster. Die roten Blüten blieben jedoch verschont: Viele Kasseler waren schon zuvor zum Blumenpflücken in der Innenstadt gewesen. Noch einen Tag zuvor hätten Documenta-Ordner das verhindert. Abgerissen wird auch der "Auepavillon". Der aus Gewächshausteilen errichtete Bau soll restlos wieder aus der Karlsaue, einem barocken Park in der Innenstadt, verschwinden. Er war erst im Frühjahr für drei Millionen Euro extra für die Ausstellung errichtet worden.

Unklar ist noch, welches Kunstwerk in Kassel bleibt. "Wir haben sechs, sieben Favoriten, aber die Gespräche mit Künstlern und Galeristen sind bei weitem noch nicht beendet", sagte Kassels Bürgermeister und Kulturdezernent Thomas-Erik Junge (CDU). Die Auswahl könne durchaus noch ein paar Wochen dauern. "Wir haben mehrere hunderttausend Euro zur Verfügung. Das heißt aber nicht, dass wir alles ausgeben müssen", sagte Junge. Traditionell kauft die Stadt alle fünf Jahre ein Werk der beendeten Documenta an. Am Hauptbahnhof werden Besucher zum Beispiel vom "Himmelsstürmer" ("Man walking to the sky") von Jonathan Borofsky (Documenta IX, 1992) empfangen. (mit dpa)

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