Documenta-Archiv in Kassel : Birgit Jooss wird Archiv-Direktorin

Birgit Jooss war in 2015 nur sehr kurz Archiv-Direktorin der Akademie der Künste, bevor es zum Zerwürfnis mit der Präsidentin kam. Nun übernimmt sie das Documenta-Archiv in Kassel

Birgit Jooss, hier im Archiv der Akademie der Künste.
Birgit Jooss, hier im Archiv der Akademie der Künste.Foto: Mike Wolff

Das 1961 von Arnold Bode gegründete Documenta-Archiv bekommt eine neue Direktorin. Im Juli 2016 tritt Birgit Jooss die Nachfolge von Gerd Mörsch an, der das Archiv von 2013 bis 2015 leitete. Jooss war erst im April 2015 zur Archiv-Direktorin der Berliner Akademie der Künste berufen worden, wo es jedoch zum Zerwürfnis mit der neuen Akademie-Präsidentin Jeanine Meerapfel kam; zuvor leitete sie seit 2007 das Deutsche Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. Das Documenta-Archiv umfasst eine Bibliothek mit über 100 000 Bänden, rund 5000 Film-, Video- und Audiobestände, 60 000 Fotos sowie 1,4 Millionen Archivalien zu den Documenta-Ausstellungen. Der Jahresetat des Archivs hat sich auf eine Million Euro verdoppelt, seitdem Anfang 2016 neben der Stadt Kassel auch das Land Hessen die Finanzierung übernahm.

Birgit Jooss hatte 1998 in München nach einem Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Kunstpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität über „Lebende Bilder. Körperliche Nachahmung von Kunstwerken in der Goethezeit“ promoviert. Bis 2000 arbeitete sie im Ausstellungs- und Museumskontext im Deutschen Historischen Museum Berlin, in der Münchner Villa Stuck, und im Schlossmuseum Murnau. Sie war bis 2007 Leiterin des Recherchebüros „Eurinos. Kunst- und kulturrecherche“ und wirkte an der Akademie der Bildenden Künste München an der Vorbereitung von deren 200-jährigem Jubiläum im Jahr 2008 mit. Bis 2009 studierte Jooss zusätzlich Archivwissenschaften an der Fachhochschule Potsdam. (Tsp)

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