Kultur : DOKUMENTARFILM

Prater

Christina Tilmann

Sie entspringen dem gleichen Bedürfnis, das Kino und die Kirmes: Unterhaltung. Illusionsgeschäfte werden die Schaubuden im Wiener Prater genannt, und das trifft ja auch auf das Kino zu, findet die Regisseurin Ulrike Ottinger. Und widmet dem Wiener Unterhaltungspark daher einen wunderbaren, höchst amüsanten Dokumentarfilm, der sich mit gleicher Hingabe auf historische Karrusselpferde wie auf aktuelle Achterbahnen begibt. Da turnt Veruschka als Barbarella durchs Spiegelkabinett, Elfriede Jelinek liest ihre Prater-Erinnerungen in den Fängen eines Gorillas, und die sonore Stimme von Peter Fitz gibt Texte von Elias Canetti bis Erich Kästner zum Besten. Am anrührendsten aber sind die vielen Prater-Besucher, mit ihrer Begeisterung für Pappfiguren und Plastikmonster. Ein Panoptikum der Absonderlichkeiten, in denen sich jeder Fantast zu Hause fühlt. Wunderbar. Christina Tilmann

„Prater“, A/D 2007, 104 Min., R: Ulrike Ottinger

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