Kultur : DOKUMENTATION

Der rote Elvis

Kerstin Decker

Ein Cowboy in der DDR. Ein bekennender Amerikaner, wohnhaft in Ostberlin. Dean Reed hat Millionen von Platten verkauft, er war weltbekannt, aber schon im zweiten Berlin unbekannt zugleich. Anfang der Sechziger wurde er in Lateinamerika noch vor Elvis Presley zum beliebtesten Popstar gewählt. Wie kam einer wie er in die DDR und warum blieb er? Nicht nur auf diese Fragen versucht Leopold Grün eine Antwort im Gespräch mit Reads Frauen, einem Radiomoderator und vielen anderen. Niemand hat Reed in der DDR den „roten Elvis“ genannt, aber es ist trotzdem eine schöne, intensive Doku geworden: ohne vordergründige Erklärungen. Eher ein Bewusstseinsreise im Rhythmus des Rock’n’Roll. Der Film setzt sich in jedem Augenblick neu zusammen und zerfällt aufs Neue. Daraus wächst die eigentümliche Intensität. Am Morgen des 17. Juni 1986 fand man Reeds Leiche im Zeuthener See bei Ostberlin. Intensives Porträt. Kerstin Decker

„Der rote Elvis“, D 2007, 90 Min., R: Leopold Grün

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