Kultur : DOKUMENTATION

ostPunk! too much future

Stephanie Grimm

Diese Doku ist nicht der erste Versuch, sich der DDR-Punkszene zu nähern. Es gab schon Filme wie „Flüstern und Schreien“ (1988) oder „Störung Ost“ (1996). In „ostPunk! too much future“, dem eine gleichbetitelte Ausstellung vorausging, geht es aber, anders als in „Störung Ost“, nicht nur um den Dissens in der Hauptstadt der DDR. Auch die intellektuellere Szene in Sachsen wird beleuchtet. Das strukturelle Problem bei der Aufbereitung von Subkultur im Osten – es gibt kaum altes Filmmaterial – fängt Carsten Fiebeler mit Foto-Musik-Collagen elegant auf. Die Stärke des Films, dass die Reflektionen der Protagonisten nicht mit dem Mauerfall enden, erweist sich als irritierend. Die Lebensläufe sind so unterschiedlich, dass man sich fragt, ob die Erfahrung, ein DDR-Punk gewesen zu sein, Gemeinsamkeiten geschaffen hat. Eine Zeitreise, die Fragen offen lässt. Stephanie Grimm

„ostPunk! too much future“, D 2006, 93 Min., R: Carsten Fiebeler

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