Kultur : DOKUMENTATION

Thomas Harlan – Wandersplitter

Silvia Hallensleben

Geboren wurde Thomas Harlan 1929 als Sohn des Nazi-Filmregisseurs Veit Harlan. Ein privilegiertes Leben, das sich auch nach 1945 in der Hofierung durch Alt-Nazis fortsetzte. Der junge Harlan „floh“ – erst in die Pariser Bohème und dann Anfang der sechziger Jahre nach Polen, wo er mit seinen Archiv-Recherchen bedeutendes Material für die Verfolgung deutscher Kriegsverbrecher vor deutschen Gerichten lieferte. Später agierte er als reisender Weltrevolutionär. Er war Film- und Theatermacher und hat mit zwei gewichtigen Romanen deutsche Literaturgeschichte geschrieben. Dass er seine „Sprachkathedralen“ auch beim Erzählen meißeln kann, zeigt diese recht monologische Dokumentation, die uns – über den Umweg eines bayerischen Sanatoriums – mitten in Harlans faszinierend selbstbewegtes Leben führt. Spannendes Porträt. Silvia Hallensleben

„Thomas Harlan – Wandersplitter“, D 2006, 96 Min., R: Christoph Hübner

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