Kultur : DOKUMENTATION

Mein Tod ist nicht dein Tod

Silvia Hallensleben

Auch wenn Internationalismus in der DDR groß geschrieben wurde, waren echte Begegnungen mit Menschen aus fernen Kontinenten rar. Als Mitte der Siebziger die Tochter eines indischen Kommunisten ihr Studium an der Babelsberger Filmhochschule begann, verfiel Kommilitone Lars Barthel ihr sofort. Schnell waren die beiden ein Paar. Doch bald wurde aus dem „indischen Traum“ eine tristes Beziehungsdrama. Dann starb Chetna. Ihre Geister schwirrten immer noch in Barthels Erinnerung herum. In seinem Film macht sich der inzwischen zu Ansehen gekommene Kameramann daran, endgültig Abschied zu nehmen. Die Projektionen aber sitzen zu tief. Auch wenn Barthel sein cineastisches Handwerk meisterlich versteht, ist sein Film vor allem ein Dokument exotistischer Männerfantasien, das immer wieder an der Kitschgrenze schrabbt. Intimer Erinnerungsfilm. Silvia Hallensleben

„Mein Tod ist nicht dein Tod“, D 2006, 85 Min., R: Lars Barthel

0 Kommentare

Neuester Kommentar