Kultur : DOKUMENTATION

Nicht böse sein!

Teresa Schomburg

Am Kottbusser Tor sieht man sie stehen, Alkis, Drogensüchtige, halb verwahrloste Menschen, die in Mülleimern nach Pfandflaschen fahnden. Drei von ihnen hat Wolfgang Reinke porträtiert, aber nicht auf der Straße, sondern zu Hause. In einer eigenwilligen WG haben sich Wolfgang, Dieter und Andi gefunden. Andi kommt aus dem Knast, Dieter müsste dort hin, schafft es aber nicht, sich zu stellen. Wolfgang schreibt Gedichte und hängt an der Flasche, Dieter und Andi an der Nadel. Ständig gibt es Streit, am Ende fliegt sogar eine Bohrmaschine aus dem Fenster. Und doch gelingt es Dieter und Andi nicht, die Wohnung zu verlassen, auch Wolfgang ahnt, dass es noch schlimmer wäre, allein zu sein. Beklemmend nah kommt Reinke seinen Protagonisten, hält ihren Verfall und ihre Hassliebe fest, stößt in all dem Elend aber auch immer wieder auf wirklich poetische Momente. Hart. Teresa Schomburg

„Nicht böse sein!“, D 2006,

96 Min., R: Wolfgang Reinke

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