Kultur : DOKUMENTATION

Söhne

Hans-Jörg Rother

Fünfzehn Jahre nach Kriegsende erfuhr Jerzy Choinacki in Gdánsk, dass er Deutscher ist, Rainer Paetzold heißt und zu seiner Mutter nach Heidelberg ausreisen kann. Dort aber lebte schon ein Doppelgänger von ihm, ein polnisches Findelkind, das die Mutter 1946 bei der Suche nach zweien ihrer vier Söhne mit dem richtigen Rainer verwechselt hatte. So waren aus vier zwischen 1938 und 1944 auf dem westpreußischen Gut Heinrichshof geborenen Söhnen fünf geworden. Oder doch nur vier, denn der vermisste drittjüngste, Friedrich, blieb auch nach seiner Identifizierung in Warschau. Volker Koepp („Herr Zwilling und Frau Zuckermann“) hat die verworrene Geschichte aufgedröselt und vereinigt die Söhne samt ihrer Ehefrauen und Verwandten zu einer hoch spannenden Filmerzählung, die alle deutsch-polnischen Querelen in den Hintergrund drängt. Interessante Familienrecherche.Hans-Jörg Rother

„Söhne“, D 2007, 111 Min.,

R: Volker Koepp

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