Kultur : Donner, Freiheit, Widerspruch Ulrich Gumpert und Günter „Baby“ Sommer

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Bewegendes Duo. Ulrich Gumpert (li.) und Günter „Baby“ Sommer.
Bewegendes Duo. Ulrich Gumpert (li.) und Günter „Baby“ Sommer.Foto: Tobias Sommer

Vor einer Woche wurde Günter „Baby“Sommer 70 Jahre alt, seit über vier Jahrzehnten spielt der Drummer jetzt schon mit dem Pianisten Ulrich Gumpert zusammen. Das Zentralquartett ist ihre noch bestehende Großformation, auf das Duo kommen die beiden immer mal wieder zurück, jüngst erst bei der opulenten Geburtstagsfeier auf Sommers Landsitz.

Die Urban Spree Galerie beherbergt jetzt den Konzertflügel des Jazzkeller 69 e.V., zur Einweihung des neuen Spielortes spielen Gumpert und Sommer Stücke von ihrem jüngsten Album „La Paloma“ (Intakt). Ulrich Gumperts „Lament for J.B.“, dem 2009 verstorbenen Dramatiker Jochen Berg gewidmet, erinnert an die Stimmung alter LPs des Labels Impulse, das der Pianist so mag. In seinen Zwischenmoderationen erläutert Sommer, wie es dazu kam, dass die beiden nach einer originären Mischung aus amerikanischem Jazz und Thüringer Liedgut klingen. Mit seiner Bearbeitung von „Es fiel ein Reif“ taucht Gumpert tief in „teutsche Lande“ ein. Unbändig die lustvolle Energie, die beide in großem Bogen entladen. Unerschöpflich die Freiheit, die sie auf der Bühne leben. Jeder Atemzug etwas Eigenes, hier eine edle Melodie, dort ein Blues: Widersprüche beleben. Ein verpatzter Einsatz bringt die beiden Herren nicht aus der Ruhe. „Two for Funk“ zelebriert die gemeinsame Liebe für den Blue-Note-Sound, „Preußische Elegie“ das kompositorische Talent Gumperts. Ein bewegendes Duo mit der Kraft eines Orchesters und überschäumender Freude am gemeinsamen Spiel. Christian Broecking

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