Kultur : DRAMA

Am Ende kommen Touristen

Kerstin Decker

Sven fährt nach Auschwitz. Nicht wie die anderen mit Bussen, als Tourist. Nein, er kommt als Zivildienstleistender. Eigentlich wollte er nach Amsterdam, aber dann haben sie ihm Auschwitz gegeben. „Frag’ ihn mal, ob sein Opa schon hier gearbeitet hat?“ Wie reagiert man auf Fragen wie diese? Wie reagiert man überhaupt an diesem Ort, wenn man Anfang 20 ist und Deutscher und hier helfen soll? Etwa diesem alten Krzeminski, der einmal hier Häftling war und noch immer die Koffer seiner früheren Mithäftlinge restauriert. Robert Thalheim („Netto“) hat seinen zweiten Spielfilm gedreht, ein leises, tiefgründiges, schönes – ja auch schönes – Stück Kino über eine ungewöhnliche Erfahrung. Es war seine eigene. Thalheim war Zivi in Auschwitz. Alexander Fehling spielt diesen Sven zwischen jungenhafter Verlegenheit und Kraft. Leises Porträt einer Reifezeit. Kerstin Decker

„Am Ende kommen Touristen“, D 2007, 85 Min., R: Robert Thalheim, D: Alexander Fehling, Barbara Wysocka

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