Kultur : DRAMA

Tuyas Hochzeit

Jan Schulz-Ojala

Irgendwo in der Inneren Mongolei ist das Ende der Welt. Dort wohnt die Schafhirtin Tuya (Yu Nan) mit ihrem Mann Bater und ihren zwei Kindern. Bater ist seit einem Unfall behindert, und weil nun auch Tuya ernsthaft krank zu werden droht, denkt sich das Paar etwas eigentlich Vernünftiges aus: Tuya soll wieder heiraten, und der neue Ehemann und Familienversorger möge den guten Bater in den Haushalt aufnehmen. Nur sind die Frauen und Männer am Ende der Welt auch nicht vernünftiger als anderswo, und so entwickelt sich in weiten Landschafts- und Seelenpanoramen bedächtig, anrührend, augenblicksweise heiter und irgendwann auch herzzerreißend eine Parabel vom angemessenen Zusammenleben der Menschen. Hat Liebe darin einen Ort? Vielleicht. Und die Vernunft? Zwischendurch. Überzeugender Berlinale-Sieger 2007. Jan Schulz-Ojala

„Tuyas Hochzeit“, China 2006, 96 Min., R: Wang Quan’an,

D: Yu Nan, die Laiendarsteller Bater, Baolier, Zhaya

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