Kultur : DRAMA

Franz + Polina

Jens Mühling

Polina ist Weißrussin und verliert ihre Familie, ihr Haus, ihr ganzes Dorf an brandschatzende Nazi-Truppen. Franz ist Wehrmachtsoldat – und verliert sein schuldzerrüttetes Herz an Polina. Beide geraten in die Mühlen eines wahnsinnigen Krieges, dem das ungleiche Paar nicht einmal eine gemeinsame Sprache entgegenzusetzen hat. Der russische Regisseur Michail Segal manövriert diesen Stoff über weite Strecken hinweg elegant an der Grenze zum Kitsch entlang, nur manchmal verrutscht ihm die anrührende Romeo-und-Julia-Geschichte zum haltlosen Rührstück. Nach „Polumgla“ ist „Franz + Polina“ in dieser Saison bereits der zweite russische Weltkriegsfilm, der das für Russen immer noch hochgradig provozierende Motiv des „guten Deutschen“ ausreizt. Völkerverständigung für Fortgeschrittene, verpackt in eine sentimentale Weltkriegsromanze. Jens Mühling

„Franz + Polina“, R 2006, 119 Min., R: Michail Segal, D: Adrian Topol, Swetlana Iwanowa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben