Kultur : DRAMA

Import Export

Jan Schulz-Ojala

Die ukrainische Krankenschwester Olga versucht ihr Glück als Putzfrau in der Wiener Geriatrie, der Wiener Streuner Pauli bringt abgewrackte Kaugummiautomaten in die Ukraine: Ulrich Seidl („Hundstage“) begibt sich in seinem zweiter Spielfilm anhand zweier Episoden, die sich nie berühren, in die paneuropäische kapitalistische Hölle. Dabei delektiert sich die Kamera allerdings auch beträchtlich an dem, was der Regisseur zu kritisieren vorgibt: Internet- Sex, Demütigung osteuropäischer Prostituierter, das Einsamkeitselend auf den Sterbestationen. In Cannes waren viele Kritiker begeistert von der neuen Wärme des für seinen extremen Outsider-Blick bekannten einstigen Dokumentarfilm-Regisseurs. Doch Vorsicht: Wärmer als minus 20 Grad wird es in diesem Film selten. Maßlos bildergeil. Jan Schulz-Ojala

„Import Export“, Österreich 2006, 135 Min., R: Ulrich Seidl,

D: Ekaterina Rak, Paul Hofmann, Maria Hofstätter

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben