Kultur : DRAMA

It’s Winter – Zemestan

Christiane Peitz

Ein Bahndamm, ein Haus, eine Frau, ein Mädchen, der Mann fährt weg mit dem Zug, weit weg, um Arbeit zu finden. Arbeitsmigranten heißt das heutzutage. Der iranische Regisseur Rafi Pitts widmet ihnen ein filmisches Poem, ein Stillleben der Armut, der Winterkälte, der Lebensmüdigkeit.

Erstarrte Existenzen, schmerzhaft schöne, hypnotische Tristesse: „Zemestan“, gedreht mit Laiendarstellern, zieht den Zuschauer in einen stillen Strudel der Vergeblichkeit. Denn ein anderer Mann kommt in den Ort am Bahndamm, auch er sucht Arbeit – und findet das Mädchen, die Frau, das Haus. Eine Hoffnung? Am Ende steht auch dieser Mann am Bahndamm und wartet auf den Zug, der stampfend naht, während die Raben krächzen, mitten im Schnee, diesem bleichen Gevatter. Intensive iranische Winterreise. Christiane Peitz

„It’s Winter – Zemestan“,

Iran 2005, 86 Min., R: Rafi Pitts, D: Mitra Hadjar, Ali Nicksolat, Hashem Abdi

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