Kultur : DRAMA

Schöner leben

Christina Tilmann

Kalt ist es in Berlin, vor allem an Weihnachten. Sozial kalt. Wehe dem, der allein ist, wenn das Fest der Liebe naht. Nie brennt die Einsamkeit stärker. Einsamkeit, die sich aus vielen Quellen speist. Da ist das Geld, das fehlt, um den Kindern ein Weihnachtsfest zu bereiten. Da ist die leere Wohnung und die Erinnerung an die Frau, die starb, die Freundin, die ging. Und da ist ein Vater, der seinem Sohn die heimatliche Pleite nicht eingestehen will.

Weihnachten, das Familienfest, ist eine Hölle für die, die keine Familie haben. Doch dass es bei aller Kälte noch Hoffnung gibt, zeigt Markus Herlings menschenfreundlicher Debütfilm, der seinen verlorenen Protagonisten so lange durch ihr ärmliches Leben folgt, bis sie einen Hafen für sich und ihre Einsamkeit gefunden haben. Dann wird es warm. Traurig-schöner Weihnachtsfilm. Christina Tilmann

„Schöner leben“, D 2006,

106 Min., R: Markus Herling, D: Karin Düwel, Klaus Gehrke, Susann Ugé

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