Kultur : DRAMA

Takva – Gottesfurcht

Daniela Sannwald

Ein bescheidener, frommer Mann gerät in die Maschinerie einer fundamentalistischen Glaubensgemeinschaft und verliert seine Identität. Özer Kiziltan erzählt eine Geschichte von Hierarchien, Korruption und Geschäftemacherei mit der Gottesfurcht. Die kleinen Leute, wie der von Erkan Can mit Bravour gespielte traurige Held, bleiben auf der Strecke, denn die einstmals gut gemeinten Ziele des Ordens sind ebenso aus dem Blickfeld geraten wie das Wohl der Gemeinschaft. Vor dem Hintergrund des winterlichen Istanbuls, auf regennassen Straßen, in verschneiten Vorstädten, trubeligen Geschäftsvierteln und neuen Shopping-Malls spielt diese Geschichte, die übertragbar ist auf jede Art fundamentalistischer Institutionen. So gesehen ist „Takva“ von universaler Gültigkeit, und darin liegt die Genialität dieses aufregenden Films. Spannendes Identitätsdrama. Daniela Sannwald

„Takva – Gottesfurcht“, D/TK 2006, 96 Min., R: Özer Kiziltan, D: Erkan Can, Meray Ülgen

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