Kultur : DRAMA

4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage

Jan Schulz-Ojala

Gabita ist im vierten Monat schwanger, aber Herrn Bebe, der das Kind abtreiben soll, hat sie gesagt, sie sei erst im zweiten. Außerdem hat sie nicht in dem Hotel reserviert, das Herr Bebe sich wünschte, und überhaupt und überall schickt sie ihre Mitbewohnerin Otilia vor, die bei dem Eingriff dabei sein soll. Dann kommt Herr Bebe. Erst redet er sanft, dann brüllt er. Treibt den Preis rauf. Und fordert Sex. Cristian Mungius Psycho-Drama führt zurück ins Ceausescu-Rumänien, in dem Abtreibung zwecks Massenzüchtung kommunistischen Nachwuchses unter schwerer Strafe stand. Das geradlinige, fast in Realzeit erdachte Protokoll einer Katastrophe, die geradezu übermenschlich mild ausgeht, hat im Mai unumstritten die Goldene Palme in Cannes gewonnen. Präzis, grausam, faszinierend. Jan Schulz-Ojala



„4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage“, Rumänien 2007, 113 Min., R: Cristian Mungiu, D: Laura Vasiliu, Anamaria Marinca

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