Kultur : DRAMA

Madonnen

Christina Tilmann

Eine Madonna mit Kind – so geht Rita durch den Film. J. T., den jüngsten Sproß, vor den Bauch gebunden. Doch von mütterlichen Gefühlen ist nicht viel zu spüren, bei dieser jungen Frau, die selbst noch fast Kind ist und trotzdem schon fünf Kinder von verschiedenen Männern hat. Maria Speths Film „Madonnen“ ist das Dokument einer Borderline-Existenz, einer Familie in Auflösung. Diese Rita ist unfähig, Wärme zu schenken, Gefühle zu spüren, Geborgenheit zu schaffen. Und versucht doch, ihrer disparaten Kleinfamilie so etwas wie ein Heim zu bauen, zumindest einen Sommer lang. Es ist eine Paraderolle für Sandra Hüller, die schon in Hans-Christian Schmids „Requiem“ ihren Mut für extreme Rollen bewiesen hat. Ein ungemütlicher Film – und ein eindrucksvoller Kommentar zum Thema soziale Verwahrlosung. Verstörende Psychostudie. Christina Tilmann

„Madonnen“, D 2007, 125 Min., R: Maria Speth, D: Sandra Hüller, Susanne Lothar

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