Kultur : DRAMA

Ferien

Julian Hanich

In einem Landhaus in den Wäldern der Uckermark kommt eine vier Generationen umfassende Familie zusammen, um im lauen ostdeutschen Sommer die Ferien zu verbringen. Doch schon bald legt sich Überdruss wie kalter Morgentau über das Anwesen: der Ennui bittersüßen Nichtstuns. Soweit der Inhalt. Doch wer Thomas Arslans Willkommen- und Abschiedsfilm über Freud und Leid der Familienbande nur auf Handlung hin betrachtet, sieht höchstens die Hälfte. „Ferien“ ist ein minutiös ausgefeiltes Formen- und Stimmungsspiel. Mit klassizistischer Strenge inszeniert Arslan ein berückendes Landschaftsstück, das die Sommertage in gleißende Naturbilder fasst. Als lebendiger Kontrast zum Missvergnügen der leblosen Großstadtgäste wogt hier die rauschende Natur. Strenger, hochkonzentrierter, leuchtender Familienfilm. Julian Hanich

„Ferien“, D 2007, 91 Min., R: Thomas Arslan, D: Angela Winkler, Karoline Eichhorn, Uwe Bohm

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