Kultur : DRAMA

Obaba

Verena Friederike Hasel

Die Menschen aus dem baskischen Dorf Obaba würden sich auch in jedem David-Lynch-Film zu Hause fühlen: Sind sie nicht schlichtweg verrückt wie der taube Tomás, von dem man sagt, Eidechsen hätten sein Hirn zerfressen, haben sie zumindest einen ausgewachsenen Spleen, zählen etwa zwanghaft Stufen und Schritte. In dieses Dorf ist die Filmstudentin Lourdes mit einem Arbeitsauftrag gereist: Ein Wochenende alles filmen, was ihr wichtig erscheint, und dem Material dann am Schneidetisch einen Sinn geben. Lourdes wird scheitern an diesem Vorhaben, so viel sei verraten. Und Montxo Armendáriz, dem Regisseur des Films, ist es leider nicht viel anders ergangen. Ihm scheint zu vieles wichtig gewesen zu sein, er hat keinen klaren Erzählerwillen und nimmt so viele Fäden auf, dass der Film restlos zerfasert. Zu verästelt und verrätselt. Verena Friederike Hasel

„Obaba“, E/D 2006, 107 Min., R: Montxo Armendáriz, D: Barbara Lennie, Pilar Lopez de Ayala, Peter Lohmeyer

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