Kultur : DRAMA

Als der Wind den Sand berührte

Jan Schulz-Ojala

Da sind die Eheleute Rahne und Nouna, ihre zwei Söhne und das Töchterchen Shasha. Die Familie hat das Leben im Dorf aufgegeben, weil es immer dramatischer an Wasser fehlt, und nun irrt sie durch die Wüste auf der Suche nach einer verlässlicheren Heimat. Die aus Not zu Nomaden gewordenen Menschen werden Opfer marodierender Söldnertrupps, Opfer von Hunger, Durst und Krankheit. Die belgische Regisseurin Marion Hänsel inszeniert den Exodus einer nordafrikanischen Flüchtlingsfamilie allerdings von Anfang an dramaturgisch völlig leblos: Ihre filmische Mühe dient allein der Schönheit der Bilder. So verkommt, was gewiss mit den besten Absichten als Menschheitselegie auf die Klimakatastrophe und das millionenfache Leiden in der Dritten Welt gedacht war, zum fast obszönen Arrangement. Zu schön, um wahr zu sein. Jan Schulz-Ojala

„Als der Wind den Sand berührte“, Belgien/Frankreich 2006,

96 Min., R: Marion Hänsel, D: Issaka Sawadogo, Carole Karemera

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