Kultur : Drei Millionen Euro für Hauptstadtkultur

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Ein Theaterprojekt im Palast der Republik und eine große Ausstellung über die Azteken gehören zu den Projekten, die der vom Bund bereitgestellte Hauptstadtkulturfonds in den kommenden Monaten in Berlin mitfinanziert. Für den mit jährlich 10,22 Millionen Euro dotierten Fonds seien in einer zweiten Vergaberunde 3,1 Millionen Euro bewilligt worden, sagte Kuratorin Adrienne Goehler gestern in Berlin. Von 407 Anträgen habe der Fonds für 57 Projekte eine Finanzierung zugesagt. Die höchste Förderung erhält mit 280 000 Euro eine Ausstellung über die Azteken im Martin-Gropius-Bau als Übernahme aus London. Zwar sei es nicht Aufgabe des Kulturfonds, Übernahmen zu finanzieren, doch habe sich der Bund vehement für die Azteken-Schau eingesetzt. Die Ausstellung werde mit Objekten aus den Dahlemer Museen ergänzt. Die Ausstellungskosten würden auf insgesamt 1,3 Millionen Euro veranschlagt.

Zu den weiteren Vorhaben zählen Theater- und Musikprojekte, Tanzinszenierungen und Kunstausstellungen. Geplant ist unter anderem eine Theaterinszenierung im „Palast der Republik“. Allerdings müsse das Haus noch die notwendige Infrastruktur erhalten. Mit der Bewilligung von 50 000 Euro für das Projekt „Mylord – die Befragung eines Plots“ wolle der Fonds ein Zeichen für die künstlerische Nutzung des völlig entkernten Gebäudes setzen, erklärte Goehler.

Für ein Kunstvorhaben auf den Spreebrücken stellt der Fonds 250 000 Euro zur Verfügung. Mit der Aktion „con_con 2003“ sollen wieder die Brücken und Wasserstraßen Berlins in das Bewusstsein der Stadt gerückt werden. Gefördert werden ferner ein neues Musical von Volker Ludwig („Linie 1“) am Grips-Theater (110 000 €), eine Werkschau im Hebbel-Theater unter seinem neuen Leiter Matthias Lilienthal (120 000 €), ein Mozart-Tanzprojekt an Frank Castorfs Volksbühne (95 000 €) und die Berliner Erstaufführung von Wolfgang Rihms Oper „Seraphin“ (75 000 €). dpa

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