Dresden : Ringen um Waldschlösschenbrücke geht weiter

Das Spitzengremium der Bundeskulturverbände, der Deutsche Kulturrat, stellt sich im Streit um die geplante Dresdner Waldschlösschenbrücke hinter die Forderungen des Unesco-Welterbezentrums in Paris. Die Vertreter forderten den Stopp des Brückenbaus und einen neuen Bürgerentscheid.

Berlin/DresdenDer Direktor des Unesco-Welterbezentrums in Paris, Francesco Bandarin, hatte erklärt, dass beim ersten Votum zur Waldschlößchenbrücke 2005 "die falsche Frage gestellt und den Menschen die Sachlage nicht verdeutlicht" wurde. "die falsche Frage gestellt und den Menschen die Sachlage nicht verdeutlicht" wurde. "Wenn die Brücke gebaut wird, wird Dresden gestrichen. Dazu gibt es keine Alternative. Wenn die Stadt stur ist, ist auch das Komitee stur", hatte Bandarin in einem Zeitungsinterview gesagt.

Die Aberkennung des Welterbestatus für das Dresdner Elbtal schade nicht nur Dresden, sondern auch Sachsen und Deutschland, erklärte der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann. "Rechthaberei hilft jetzt nicht weiter, sondern nur Kompromissbereitschaft." Er bezog sich dabei auf Äußerungen von CDU- Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) in der "Sächsischen Zeitung". Der Regierungschef hatte unter anderem gesagt, dass er schon immer vor einer Beantragung des Unesco-Titels gewarnt habe. Den Willen der Bürger stufte er höher ein als den Welterbestatus. "Die Auffassungen der Unesco sind wie ein Fisch, der einem ständig durch die Hände gleitet", formulierte Milbradt.

Dresdens Stadtrat hatte sich für einen neuen Bürgerentscheid ausgesprochen. Ob und wann er stattfindet, ist aber fraglich, da der amtierende Oberbürgermeister Lutz Vogel (parteilos) sein Veto einlegte. Nun muss sich das Regierungspräsidium als Aufsichtsbehörde einschalten. Die Initiatoren des Entscheids wollen erreichen, dass die Dresdner eine Alternative zwischen der geplanten Brücke und einem Tunnel an gleicher Stelle haben. Derzeit sind am Verwaltungsgericht Dresden noch 16 Klagen gegen die Brücke anhängig. Über die Klagen dreier Naturschutzverbände soll am 19. Juni entschieden werden. Sie machen den Schutz der bedrohten Fledermausart Kleine Hufeisennase geltend. Andere Kläger befürchten Lärm und Schadstoffbelastungen. (th/dpa)

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