Dresdner Brückenbau : Erste Bauaufträge erzwungen

Im Streit um den Brückenbau im Dresdner Elbtal erzwingt das Regierungspräsidium Dresden jetzt die Vergabe der ersten Bauaufträge. Damit ist das Unesco-Welterbe gefährdet.

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Das Unesco-Welterbe Dresdner Elbtal.Foto: ddp

DresdenIm Streit um den Brückenbau im Unesco-Welterbe Dresdner Elbtal erzwingt das Regierungspräsidium Dresden jetzt die Vergabe der ersten Bauaufträge. "Die Stadt bekommt am Freitag einen Bescheid, dass die Entscheidung getroffen ist", sagte ein Sprecher
der Behörde. Grund für diese Maßnahme ist die erneute Vertagung durch den Stadtrats-Ausschuss für Wirtschaftsförderung auf den 29. Juni. Vergeben werden sollen die Aufträge für die Brückenzufahrt auf der rechtselbischen Seite. Der Stadtratsausschuss wollte vor einer Entscheidung die Tagung des Unesco-Welterbe-Komitees (23. Juni bis 2. Juli) abwarten.

Die Stadt Dresden war am Mittwoch vor dem Bundesverfassungsgericht mit dem Antrag gescheitert, den Bau der Elbquerung doch noch zu verhindern. Die höchsten deutschen Richter hatten die Verfassungsbeschwerde und einen Eilantrag nicht zur Entscheidung angenommen. Das Urteil des  Sächsischen Oberverwaltungsgerichts vom März, wonach die Bauaufträge für die Brücke vergeben werden dürfen, sei nicht zu beanstanden. Das Regierungspräsidium hatte Zwangsmaßnahmen angekündigt, sollte die Stadt die Aufträge nicht beschließen. Entsteht die geplante Brücke, droht dem Elbtal die Aberkennung des Unesco-Welterbetitels.

Streichung wäre einmaliger Vorgang

Die rund 20 Kilometer lange Flusslandschaft war 2004 als eine sich entwickelnde Kulturlandschaft in die Riege der Unesco-Welterbestätten aufgenommen worden. Im Juli 2006 setzte das Welterbekomitee die Gegend wegen des beabsichtigten Brückenbaus als Warnung auf die Rote Liste. Deutschland wurde dringend aufgefordert, das Bauvorhaben zu stoppen und Alternativ-Lösungen zu suchen. Dem Elbtal droht nun die Streichung aus der Liste der UN-Kulturorganisation. Dies wäre ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der Welterbe-Konvention. (mit dpa)

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