Dresdner Brückenstreit : Beschwerde gegen Fledermaus-Urteil

Die Kleine Hufeisennase spielt weiter eine wichtige Rolle im Streit um den Bau der Elbtalbrücke. Gegen den Baustopp, der die seltene Fledermausart schützen soll, hat jetzt das Regierungspräsidium Dresden Rechtsmittel eingelegt.

Der Baustopp für die Dresdner Elbtalbrücke beschäftigt weiter die Gerichte. "Die Beschwerde ist eingereicht, die Begründung folgt in den nächsten Tagen", sagte Behördensprecher Holm Felber. Dabei müsse eine Naturschutzfrage geklärt werden. "Mit einem Kompromiss zur geplanten Brücke oder dem Welterbe hat das nichts zu tun", sagte er. Zu den Erfolgsaussichten der Beschwerde wollte sich Felber im Detail nicht äußern. "Wenn wir keine Möglichkeit sähen, die Beschwerde ordentlich zu begründen, hätten wir sie nicht eingelegt."

Das Verwaltungsgericht Dresden hatte in der vergangenen Woche den für diesen Montag geplanten Baubeginn für die Waldschlösschenbrücke untersagt. Bei der Planung der neuen Elbquerung seien die Belange der Kleinen Hufeisennase, einer vom Aussterben bedrohten Fledermausart, nicht ausreichend gewürdigt worden, urteilten die Richter. Geklagt hatten Naturschutzverbände. Nun muss sich das Sächsische Oberverwaltungsgericht Bautzen mit dem Streit um die Brücke befassen.

Wegen des seit Jahren umstrittenen Bauprojekts hatte das Unesco-Welterbe-Komitee die Flusslandschaft 2006 auf die Rote Liste der gefährdeten Stätten gesetzt. Das Gremium stellte Deutschland erst Ende Juni eine letztes Ultimatum bis zum 1. Oktober für die Vorlage von Alternativen zur Waldschlösschenbrücke. Wird die Brücke wie bislang geplant gebaut, wird der Welterbe-Titel aberkannt. (mit dpa)

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