Kultur : Du meine Stille

Gennadi Ajgi

von dir sage

ich den grenzsternen des transparenten winters: „o

wie kann

man eine solche stille sein?" –

von ihr – bin ich – vielleicht – umfasst wie vom

schweigen des feldes

mit flimmern teilnahmsvoll-klarem

aber meine seele

reinigt sich nicht durch ihre gekräuselten wasser

auch nicht durch

unhörbare wellen

wie klärt sich mein traum – gleichsam längst – ohne

mich – bereits

offenen Augs

geträumt in diesem jahr – als weiße

so barmherzig – zur welt … –

aber irgendwann – es kann sein – verkleinert sich

sowohl deine

ganzheitlichkeit wie auch deine unerschütterliche

fülle

eine so einfache und klare wie gnade

wenigstens auf einen tränentropfen für mich

und wenn ich fort bin – drückst du die trauer

ohne worte aus – nur mit dem widerschein der

trauer

doch stattdessen – empfängst du – gleichsam seuf

zer – ein reines

schicksal

und ein unbeugsames maß

solcher leere dass sie des lebens sein wird und des

todes

als ob sich dort wo der geist nicht sein kann

Sein trost befindet … –

aber – ich liebe und weiß: für Gott bleibt

unversehrt deine stille

Aus dem Russischen von Walter Thümler

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