Kultur : Dünne Luft

Beim Art Forum wechseln die Chefs

cmx

Gerüchte über eine Ablösung machten schon länger die Runde, nun ist es amtlich. Sabrina van der Ley muss die künstlerische Leitung des Art Forums abgeben. An ihre Stelle tritt eine Doppelspitze mit Eva-Maria Häusler und Peter Vetsch. Häusler war zuvor Managerin bei der Art Basel und der Art Basel Miami Beach, Vetsch dort für die Kommunikation zuständig. Obwohl sie ihre Posten in Kürze antreten, behält van der Ley für das aktuelle Art Forum die künstlerische Hoheit; sie hat Vertrag bis Ende des Jahres.

Häusler und Vetsch sollen Berlins Kunstmesse durch jene Fährnisse lenken, die den deutschen Kunstmarkt seit geraumer Zeit ins Schlingern bringen: Von Dubai bis Hongkong eröffnen Messen mit enormer Reichweite und potentem Publikum. Eine globale Konkurrenz, mit der man künftig um die besten Galerien buhlen muss. Wie dünn die Luft ist, zeigte sich im Frühjahr, als mit der Fine Art Fair in Frankfurt und der Düsseldorfer dc zwei Kunstmessen abgesagt wurden: mangels Publikum und attraktiver Galerien.

Dass Berlin zu wenig Teilnehmer von internationaler Ausstrahlung zu binden vermochte, ist ein Vorwurf, den die seit 2000 amtierende van der Ley oft gehört hat. Aber auch in Berlin wurde es für sie eng: Mit der ABC findet im September im Postbahnhof eine zweite, experimentelle Messe statt. Verantwortlich dafür sind die Organisatoren des erfolgreichen Gallery Weekend. Die ABC ist eine echte Konkurrenz, auch weil die Messe Berlin das Art Forum auf den November verschoben hat, um die lukrativere InnoTrans auf den angestammten Herbsttermin zu hieven. Statt parallel aufzutreten, purzeln beide Kunstmessen kurz nacheinander auf den Kalender: Zwei so gewichtige Aufforderungen zum Kunstkauf aber hält keine Stadt aus. Mit Häuslers Ernennung legt sich nun zumindest ein dünner Firnis über die Querelen der letzten Wochen, die allen Beteiligten geschadet haben. Am meisten dem Art Forum selbst. cmx

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