Kultur : Dump und dümper Mathias Dinters Proll-Komödie

F. N.

Geschmacklosigkeiten sind "in". Was einst vom bürgerlichen Feuilleton verrissen oder aus Protest totgeschwiegen wurde, erfreut sich zunehmender Anerkennung. "American Pie" und "Road Trip" lockten mit ihrem Fäkalhumor Millionen Zuschauer in die Kinos und wurden sogar vereinzelt positiv besprochen. Warum auch nicht? In so manchen Klassikern geht es ja auch reichlich derb zu. Leider bietet sich bei "Feuer, Eis & Dosenbier" kaum die Gelegenheit, so richtig schön unter seinem Niveau zu lachen. Denn diese Proll-Komödie, mit der Drehbuchautor Mathias Dinter sein Regiedebüt gibt, ist nur halbherzig primitiv.

Die Protagonisten Türlich (Rick Kavanian aus "Der Schuh des Manitu") und Josch (Axel Stein aus "Harte Jungs") sind die faulsten Zivildienstleistenden des Ruhrgebiets. Ihr Motto: Feiern, bis der Arzt kommt. In ihrer Wohnung kann man vor lauter Bierbüchsen kaum noch treten. Als ihnen der Wehrdienst droht, fliehen sie ins Gebirge, natürlich mit jeder Menge Bier im Gepäck. Sie finden sich im Skiparadies Ischgl wieder, wo es deutlich kälter ist als am Ballermann und dennoch Blondinen im Bikini herumlaufen. Es wird gekotzt und geküsst, man darf über Sprachfehler lachen und über schlechte Zähne.

Eine Krimihandlung gibt es auch: Der Schurke Tronald Dump (Christoph M. Ohrt) will den Berg in die Luft sprengen, was unsere beiden Helden verhindern. Auf dieser Ebene wirkt der Film wie eine James-Bond-Parodie. Sehr solide das alles, nur fehlt der Trash-Faktor. Man schmunzelt vorsichtig. Geht man dazu ins Kino?

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