Edith Schröders neue Show : Hinterhofblick garantiert

Adel Zabel ist Edith Schröder. „Hostel Hermannstraße“ heißt die neue Show der Futschi-Queen im BKA.

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Drei Neuköllnerinnen in der Uckermark: Jutta Hartmann, Edith Schröder und Biggi van Blond.
Drei Neuköllnerinnen in der Uckermark: Jutta Hartmann, Edith Schröder und Biggi van Blond.Foto: Jörn Hartmann

Hey, das sind Versprechungen, da singt und klatscht man gleich beim schmissigen Showopener im Schlagerarrangement mit: „Hostel Hermannstraße – das Neuköllner Hostel mit Charme und Schick/ Hier hat jedes Zimmer Hinterhofblick!“ Dabei müsste es doch langsam mal gut sein mit den Edith-Schröder-Shows von Stammstargast Ades Zabel im BKA-Theater. Das Problemkiez-Setting, die wie eh und je von Bob Schneider, Biggi van Blond und Stefan Kuschner dargestellte Figurenwelt seiner Neuköllner Trashicals und die Travestie im Halb- und Vollplayback sind so wie die derbe Futschi-Queen Edith Schröder ja hinlänglich bekannt. Kultfigur hin oder her.

Und doch: In der neuen Show „Hostel Hermannstraße“, die mit zwei Jahren Abstand auf das Musical „Linie 8“ folgt, zeigt die Ades-Zabel-Company vom ersten Song an, dass sie ihr Musikkomödiantentum weiter unablässig professionalisiert. Zumal mit dem knuffigen indischen Restaurantbesitzer Swami (Nicolai Tegeler) und einem nordkoreanischen Kim-Jong-Un-Verschnitt (Stefan Kuschner) spaßige neue Ethnien die Klamotte beleben und Hartz-VIII–Empfängerin Edith Schröder endlich die soziale Hängematte verlassen hat, um mit einer überteuerten Bettenburg in einer rotten Immobilie die in den Bezirk strömenden Touristen auszunehmen.

Musikalischer Höhepunkt der vom bewährten Musiktheatereinrichter Bernd Mottl inszenieren Show ist – neben den Ensemblenummern – ein komisches Cover des Pharrell-Williams-Hits „Happy“ von Bob Schneider und Stefan Kuschner. Letzterer punktet in der Rolle der als Hauswirtschafterin den Laden schmeißenden Wuchtbrumme Hatice auch sonst sängerisch. Gelungen sind auch die sogar Filmgeschichte zitierenden Einspielfilmchen von Jörn Hartmann. Sie zeigen die Großstadtschlampen in einem gänzlich ungewohnten Revier: der Uckermark. Außer dem Thema „Touristen“ beackert die trendbewusste Schröder-Truppe in ihrem Potpourri der guten Laune nämlich auch das Trendthema „Landliebe“ – auf einer von Esoterikern belagerten Stutenmilchfarm.

BKA-Theater, wieder am 25. bis 28.6. und ab 2.7., jeweils 20 Uhr

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