EDITORIAL : Hinein ins Dickicht

Stephan-Andreas Casdorff

Ganz Berlin ist ein Ensemble, wenn man es genau nimmt. Architektonisch, das sowieso, wenn man das Hansaviertel sieht oder die neuen Townhouses, oder den Bebelplatz – Vielfalt, wunderbar. Oder, als kleiner Tipp: Ku’damm 70, das Haus von Helmut Jahn, das winzig ist und doch groß.

Berlin ist aber außerdem das BE, das Ensemble, das die Stadt Brecht verdankt. Und Peymann, der Große, der macht was, der traut sich was. An Stücken, an Regisseuren und Besonderheiten. Jetzt kommen die Biermösl Blosn und Gerhard Polt. Ja mei, der Polt. Der ist auf seine Weise genial, ein Ensemble für sich selbst, an Einfällen und Witz, aber ganz besonders mit den Biermösl Blosn. Das ist zutiefst bayrisch, das schon, aber das andere, das wirklich witzige, nicht wie Stoiber, der ja nur unfreiwillig komisch war. Und was die mit der Sprache anstellen können: Das ist großes Theater.

Im Dickicht der Stadt findet sich doch immer wieder Einladendes, dort, wo sie ein Ensemble für die Sinne ist. Und ein Ort für die ewige Suche nach dem tieferen Sinn. Stephan-Andreas Casdorff

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