EDITORIAL : Neues, ja

Stephan-Andreas Casdorff

Was das neue Jahr wohl bringt? Bald ist es da! Und ist das nicht geheimnisvoll? Bald, bald – dann kommen neue Tage, einer nach dem anderen, die angefüllt sein können mit neuen, tiefen Einblicken ins Leben.

Einmal einen Tag lang Portier sein im Hotel, einem großen, mit Antiqua-Lettern, livriert, Sie wissen schon, diese Schlüssel oben am Revers und das wissende Lächeln im Gesicht; in ein entlegenes Fach greifen und ein Bündel Briefe, Telefaxe, Zeitschriften, den Tagesspiegel hervorlangen und weiterreichen, mit einer leichten, nur angedeuteten Verbeugung, elegant, dezent, nicht devot; dann aufgeblickt, den Gast angeschaut, nicht forschend, nicht neugierig, nicht allzu begierig zu wissen, was in ihm oder ihr vorgeht, aber doch interessiert, aufmerksam, hilfsbereit, jederzeit bereit, seinen Satz zu sagen, der erfreut, einen wie „Sie sehen gut aus, wieder gut aus, wundervoll aus“, um ein Lächeln hervorzuzaubern.

Oder zu erleben, dass es auch nur eine romantische Vorstellung bleiben kann. Stephan-Andreas Casdorff

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