EDITORIAL : Zum Wörtersee

Stephan-Andreas Casdorff

Ach, Robert Gernhardt. Man fühlt, er fehlt. Und dass ihn Lutz Görner rezitiert, wird das Herz noch mehr bluten lassen. Welch ein Paar. Zwei Große.

Gernhardt, geboren in Reval, Estland, gestorben 2006 in Frankfurt am Main. Er war, und es liest sich seltsam dürr, ein deutscher Schriftsteller, Lyriker, Essayist, Zeichner und Maler. Und was für einer! Einer, der Humor konnte, Pardon, Titanic, der Bücher von Otto herausgab, die Frankfurter Schule mitbegründete und den Kleinkunstpreis erhielt, aber noch viel mehr. Ein Heine. Ein Professor für Poetik an der Heine-Universität in Düsseldorf. Bei ihm war Nonsens nicht ohne Sinn, er konnte zugleich über seine Herzoperation 100 reimlose Siebenzeiler für einen Gedichtszyklus verfassen, „Herz in Not“. Und er las in der ARD regelmäßig ein zeitkritisches Sonett. So einer war Gernhardt.

„Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.“ / „Was ist der Unterschied zwischen einer Bierflasche und Gefühlen? Eine Bierflasche muss man öffnen. Gefühle muss man zulassen.“ Mehr davon? Heute Abend! Stephan-Andreas Casdorff

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