Ehrenplatz : Ein Platz für Hegel

Filmfan Lars Dreiucker hat eine ungewöhnliche Antwort parat, wenn es um die Frage geht, mit wem er gern ins Kino gehen würde.

Anna Corves
Dreiucker
Philosophisch. Wie es wohl mit Hegel im Kino wäre? Dasm fragt sich Lars Dreiucker. -Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Die Berlinale gehört nicht nur den Stars, sondern vor allem den Kinofans. Tausende stehen Schlange, um einen der Filme zu sehen. Wir stellen täglich einen Filmfan vor - und fragen ihn, wer sein liebster Sesselnachbar wäre.



Lars Dreiucker, gebürtiger Brandenburger, war bisher erst einmal auf der Berlinale - und ist begeistert: „Die Stimmung auf der Berlinale ist toll. Und sie bietet die einmalige Möglichkeit, ganz besondere Filme zu sehen." Filme, die mit kleinen Budgets produziert wurden. Filme, die aus kleinen Ländern stammen. Filme also, die sonst kein Forum bekommen. Auf jeden Fall will der 25-Jährige in diesem Jahr die Retrospektive sehen, die sich dem alten und wieder entdeckten Breitfilmformat 70 Millimeter widmet. Und auch auf „Hilde mit Heike" freut er sich: auf Heike Makatsch in der Hauptrolle der Verfilmung von Hildegard Knefs Autobiografie.

In der Wahl seiner Kinobegleitung ist Lars Dreiucker durchaus anspruchsvoll: Hätte er einen Wunsch frei, würde er Georg Wilhelm Friedrich Hegel neben sich platzieren - aber nicht, weil er auf anregende Filmgespräche mit dem Philosophen hofft: „Er würde wahrscheinlich vieles nur als Rauschen wahrnehmen und vermutlich kein Wort sagen." Vielmehr reizt ihn das menschliche Experiment. „Die Wahrnehmung hat sich seit Anfang des 19. Jahrhunderts unglaublich verändert. Hegels Reaktion auf den modernen Film, die würde ich gerne sehen."

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