EIGEN + ART : Martin Eder

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Kulleräugig sind sie nicht mehr, müde machen sie immer noch. „Ugly“ heißt der neue Frauentyp von Martin Eder. Blüten der Nacht, früh verwelkt. Fahles Fleisch auf dunklem Grund. Den Kajalstift verwischt, die knochigen Hände unnatürlich rot, auf dem Oberarm reift ein Pickel. Die Lichteffekte im Haar sind gesetzt wie bei Airbrush-Schönheiten auf der Kühlerhaube. Nach seiner Fotoserie „Die Armen“ in Bückwaren-Optik sind es nun die Hässlichen, die Kaputten, die scheinbar distanzlos ihre Makel präsentieren. Die Galerie Eigen + Art zeigt die Ölgemälde in einem gruftigen Kabinett.

Martin Eder entblößt die Frauen gern, seine Bilder sind Boy-Toys. Bei Sammlern hängen sie im Schlafzimmer – ein kapitaler Herrenwitz. Kritiker lesen Abgründe hinein. Der Künstler selbst behauptet, er sei Feminist, ihn treibe die Wut auf die Banalisierung von Ideen und Emotionen. Hintergedanken unterstellt er allein dem Betrachter. Dabei wird Eders Malerei zudringlich wie die Fernsehkamera, delektiert sich an Spuren von Gewalt und Entäußerung. Der Hintergrund glänzt wie mit Acryl gemalt, obwohl Eder Öl verwendet. Die Gesichter bleiben Larven. Zwischen den Hässlichen der Nacht ruht ein weißer Ziegenbock, noch so ein Kalauer. Eder überwindet die Banalität nicht, er verwandelt sie nicht. Die Tiefe des Abgrundes bleibt reine Behauptung. Der Blick prallt ab an der Wiederholung des Trivialen. Sich selbst malt der Künstler übrigens meist in Kostüm oder Maske. Wie langweilig. Simone Reber

Galerie Eigen + Art, Auguststr. 26; bis 2.5., Di.–Fr. 11 – 18 Uhr.

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