Kultur : Eigentor

Schwule Fußballer in „Männer wie wir“

Ramon Mirfendereski

Wer hätte das gedacht? Schwule sind nicht nur Friseure, Masseure und Raumausstatter, sondern mitunter auch ambitionierte Fußballer. Sherry Hormanns „Männer wie wir“ will zwar mit den gängigen Klischees aufräumen, greift aber dann doch so tief in die Trickkiste der Stereotypen, dass er schon heute reif für die Auszeichnung des impertinentesten Coming-Out-Films des Jahrzehnts wäre.

Protagonist Ecki (Maximilian Brückner) ist Fußballer und schwul. An dem Tag, als er den Aufstieg seines Vereins in die Regionalliga vermasselt und sich outet, wird er aus dem Verein entlassen. Sein Plan: Er stellt eine schwule Mannschaft zusammen und fordert seinen alten Verein zur Revanche auf. Regisseurin Hormann und Drehbuchautor Benedikt Gollhardt reihen in ihrem Film Vorurteile aneinander, ohne sie zu entkräften: Sie zeigen dem Publikum Sadomaso-Homos, die tagein, tagaus im Lederdress herumlaufen. Sexuell frustrierte Frauen stellen sich die Standardfrage, warum denn jeder hübsche Typ schwul sein muss, und die Fußballtruppe „Lattenknaller“ in rosafarbenen Trikots irritiert ihre männlichen Gegner mit intensivem „Körpereinsatz“. Nebenbei deklinieren die Macher noch das ABC der Schwulenwitze durch und entlarven damit einmal mehr ihre Unfähigkeit zur Pointe. Peinlich!

In 13 Berliner Kinozentren

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