Kultur : Ein Haufen Erinnerung

Micha Ullman zeigt „Bergwerk“ in der Galerie Ochs.

Schwarzweiß. Ullman hat Salz und Basalt aufgeschüttet. Foto: Alexander Ochs Galleries
Schwarzweiß. Ullman hat Salz und Basalt aufgeschüttet. Foto: Alexander Ochs Galleries

Eine Schaufel mehr, und das Ganze droht einzustürzen. Der weiße Salzberg ebenso wie der Krater, den Micha Ullman in der Galerie Alexander Ochs aus schwarzem, körnigen Basalt aufgeschüttet hat. Die Arbeit „Bergwerk“ des israelischen Künstlers, der mit „Bibliothek“ auf dem Bebelplatz eines der eindringlichsten Berliner Mahnmale geschaffen hat, beruht auf einem privaten Mythos. In Dorndorf, der Heimat seiner Eltern, wurde beides abgebaut. Die Erinnerung an diese Stoffe, die das Leben der Dorfbewohner komplett dominierten, hat sich die Familie über Jahrzehnte als individuelle Geschichte bewahrt – und sie dem 1939 geborenen Sohn vererbt, der daraus erneut Allgemeingültiges katalysiert.

Ullman konzentriert sich ganz auf sein Material. Das helle, reflektierende Salz und den matten Basalt. Beides erhebt sich unvermischt im Raum und beginnt doch einen Dialog. Über die Gegensätze von Tag und Nacht, Raum und Volumen. Ähnlich wie in früheren Arbeiten integriert der Künstler Gläser, mit denen er eine klare Funktion und eine symbolhafte Ebene verbindet: Sie dienen als Zeichen menschlicher Gemeinschaft und sind zugleich aus Sand und Feuer gemacht. „Bergwerk“ rekonstruiert Ullmans Ausstellung, die 2010 im Lindenau-Museum anlässlich der Verleihung des Gerhard-Altenbourg-Preises zu sehen war. Flankiert wird die eindrucksvolle Installation von älteren Arbeiten und einigen grundlegenden Zeichnungen für das Werk. cmx

Galerie Alexander Ochs Berlin, Besselstr. 14; bis 15. 7. von 11 - 18 Uhr

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