Kultur : Ein Hund namens Mozart

Besser als Enid Blyton: „Vier Freunde und vier Pfoten“

Susanna Nieder

Ist das schön, wenn ein Kinderfilm mal nicht versucht, auch noch was für Papa, die Oma, fürs Au-pair und den Patenonkel zu bieten. „Vier Freunde und vier Pfoten“ schlägt ein gemächliches Tempo an, genau richtig für kleinere Kinder. Bevor das Abenteuer beginnt, ärgern die vier Freunde Alexander, Robby, Hedwig und die winzige Lilly erst einmal ausgiebig den blöden Hausmeister (Martin Semmelrogge). Die eigentliche Geschichte handelt davon, wie sie einen kleinen weißen Hund namens Mozart aus den Fängen eines gemeinen Ringers (Michael Lott) befreien, der selbst vor Hundemord nicht zurückschrecken würde, um sich das Erbe seiner Tante unter den Nagel zu reißen.

Die Geschichte hat alles, was sie braucht: Eine alte Villa in einem verwunschenen Garten, Eltern, die ausgetrickst werden müssen, nächtliches Ausbüxen und wilde Verfolgungsjagden, bei denen sich Mütter, Väter, Ringer und Hausmeister an die Fersen der Kinder nebst Hund heften. Der Film könnte ohne Weiteres auch in den Siebzigern spielen, aber gerade das macht ihn so gemütlich. Gelegentlich wurde ein bisschen tief in die Requisitenkiste gegriffen wie bei der breiten Flügelhaube einer Nonne, aber im Großen und Ganzen ist es eine Wohltat, einmal nicht mit der ewigen amerikanisierten Jugendästhetik beballert zu werden.

Tatsächlich ziemlich witzig ist der Auftritt von Axel Schulz als unbesiegbarer „Monster Man“, der gar nicht so gefährlich ist, wie er aussieht, und dafür unheimlich berlinert. Mit dem letzte Woche angelaufenen „Die Wilden Kerle“ kann „Vier Freunde und vier Pfoten“ allemal mithalten, weil er sich in keine coole Pose wirft und klar und einfach erzählt.

In 15 Berliner Kinos

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