Kultur : EIN JAHR OHNE JONATHAN

Christina Tilmann

In Nicolette Krebitz’ gerade ins Kino gekommenem Film „Das Herz ist ein dunkler Wald“ ist er Jesus. Steigt herab vom Kreuz, geht zur Tür und verschwindet. Verlässt die rauschende Künstlerparty, die Angelika Taschen und Bruno Brunnet gerade für Nina Hoss schmeißen.

Kleiner Gastauftritt eines Alleskönners: Was hat der Berliner Künstler Jonathan Meese 2007 nicht alles gemacht, Theater, Oper, Installation, Performances, von Zarathustra bis Zardoz, von Wagner bis Heiner Müller. Ausstellungen in Paris, Wien, Innsbruck, Amsterdam, Artikel von „Bild“ bis „Vogue“, von „Vanity Fair“ bis „Frau im Spiegel“: der Mann in Dürerlook und Jesuslocken ist überall. Und rastlos tätig: Bestimmt dreht er bald seinen ersten Film, komponiert schon heimlich am zweiten „Ring“-Zyklus, verfasst Prousts „Suche nach der verlorenen Zeit“ neu. Im Hamburger Helms-Museum gibt er sich gemeinsam mit Daniel Richter derzeit als Archäologe von Ahrensburg – mit dem Fahrstuhl in die deutsche Frühzeit. Die nächste Ausstellung bei Contemporary Fine Arts ist schon angekündigt. Mach mal Pause, Junge! Ein Wunsch für 2008? Ein Jahr ohne Jonathan Meese. Christina Tilmann

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