Kultur : Ein parapsychologischer Thriller von David Koepp

Frank Noack

Bei einem parapsychologischen Thriller kann nichts schief gehen, sollte man meinen. Logik? Eine schlüssige Dramaturgie? Wozu denn, wenn die Hauptfiguren ohnehin spinnen. Doch dann gibt es einen Film wie "Echoes - Stimmen aus der Unterwelt", der eine phantasievolle Regie und lebhafte Akteure vorzuweisen hat und trotzdem nicht so recht funktioniert - eben weil es mit der Logik hapert. Eine Durchschnittsfamilie bezieht ein neues Haus und wird von den Vormietern - genauer gesagt, den Geistern der Vormieter - heimgesucht. Der Sohn hat das zweite Gesicht, er sieht Dinge, die sich hier einmal abgespielt haben. Der Vater (Kevin Bacon) nimmt auch Dinge wahr, die ihn verstören; schreckliche Dinge wie ein ausgeschlagener Zahn und ein totes Mädchen tauchen vor seinem Auge auf.

Es geht wieder einmal um die sprichwörtliche Leiche im Keller, die am Ende ausgegraben werden muss. David Koepp, der Drehbuchautor von "Jurassic Park", ist als Regisseur durchaus eine Bereicherung: "Echoes" kann sich, was Bildkompositionen und Schnittfolgen angeht, sehen lassen. Doch es fehlt die überzeugende Identifikationsfigur. Die parapsychologischen Fähigkeiten des Jungen werden kurz etabliert, dann wieder vergessen. Der Vater soll ein einfacher Prolet sein und heißt auch so - Tom Witzky - , doch der grimassierende Kevin Bacon macht eher den Eindruck eines arbeitslosen Schauspielers, der auf ein Comeback hofft. Zu viele Unstimmigkeiten verderben den Spaß und mindern die Spannung. Vergleiche drängen sich auf, zu "The Shining" und "Der sechste Sinn", denen dieser Film nicht stand halten kann.Cinemaxx Colosseum, CineStar Tegel, FT am Friedrichshain, Kosmos, Rollberg, Royal Palast, UCI Friedrichshain, Kinowelt Le Prom

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