Kultur : Ein schäbiger Amateurfilm mit Alexis Arquette als Liebestöter

Frank Noack

Ob das Beispiel von Alexis Arquette Schule machen wird? Während Pornostars davon träumen, ins seriöse Filmgeschäft einzusteigen, scheint er, einer von Hollywoods markantesten Nebendarstellern (man denke nur an Tarantinos "Pulp Fiction"), schnurstracks eine Karriere als Pornostar anzustreben. Sein Mut verdient Bewunderung, die erforderlichen "Qualifikationen" besitzt er auch - leider nur hat er es versäumt, sich für sein Porno-Debüt richtige Profis als Partner auszuwählen. Unter der Leitung von Amory Peart ist aus "Pickadilly Pickups" ein schäbiger Amateurfilm geworden, bei dessen Besichtigung Libido und Lachmuskeln gleichermaßen unbeteiligt bleiben.

Dass "Pickadilly Pickups" von der Herstellung eines Lesbenpornos handelt, in dem alle Rollen von Männern in Bikini und Stöckelschuhen verkörpert werden, könnte als beiläufiger Gag durchaus für Lacher sorgen, vermag aber keinen ganzen Film zu tragen. Seinen Weg in die Lichtspielhäuser verdankt dieses Machwerk vor allem der Mitwirkung von Arquette, der mit seiner blonden Langhaar-Perücke immerhin verblüffend seiner Schwester Rosanna ähnelt. Und ein weiterer Umstand dürfte den Kinoeinsatz begünstigt haben: Extremer Dilettantismus wird in weiten Kreisen noch immer als Kunstgriff missverstanden, gewissermaßen als Kampfansage gegen den Mainstream. Wer "Pickadilly Pickups" gesehen hat, der wird nicht so schnell wieder einen anderen Film als Schund bezeichnen.In Berlin nur im Kino Xenon

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