Kultur : Ein Teil des Teams

Es gibt eine wachsende Zahl von Künstlern, die nicht bloß Kunst-am-Bau-Projekte beliefern, sondern vom Entwurf bis zur Fertigstellung mit den Architekten in dem Sinn zusammenarbeiten, daß sie an Entscheidungsprozessen des Gesamtbaus beteiligt sind.Von einem abgrenzbaren Werk als Detail im Gebäude kann nicht mehr gesprochen werden.So arbeitet Rémy Zaugg mit den Architekten Herzog et de Meuron, Gerhard Merz mit Hans Kollhoff und Maix Mayer mit dem Frankfurter Architekturbüro Schneider + Schumacher, das durch die Infobox am Potsdamer Platz bekannt wurde.

Maix Mayer bekam 1994 von Schneider + Schumacher einen Beratervertrag und bringt seither seine Vorschläge zur Geltung.Zwar gibt es bisweilen ein umgrenztes Werk von Mayer vor Ort zu sehen, doch seine Beteiligung geht im Gesamtbau ebenso auf wie die der anderen Mitarbeiter.Der Dialog ist nicht strikt ergebnis-, sondern ideenorientiert.Mayer gehört zum Team.Umgekehrt hat er seine Arbeit als Künstler nicht architektonisiert.In einer Schule ließ er als Beitrag zu Kunst-am-Bau eine Vorrichtung mit Seifenblasen an die Computer anschließen.Sobald die Rechner Kontakt mit dem WorldWideWeb aufnehmen, schweben Seifenblasen durch den Raum.

Der Galerist führt zwei Kurzfilme vor.Der eine zeigt Mayers Impressionen eines Gebäudes von Schneider + Schumacher in Leipzig, der andere stellt dem unlängst eröffneten Dresdner Filmpalast von Coop Himmelb(l)au die bizarre Fassadenornamentik umgebender Bauten aus den 60er Jahren gegenüber.Die Architektur gibt den Ton an.Der Künstler tanzt zwei Solos.Doch zu sehen ist eine sehr mittelbare Ausstellung architekturbezogener Kunst.Mayers Einsatz erschließt sich weniger durch das visuelle Material als durch die Erzählung des Galeristen und verdeutlicht das Kooperationsnetz von Galerie und Künstler. ph

Galerie Eigen + Art, Auguststrasse 26, bis 17.Oktober; Dienstag bis Freitag 14-19 Uhr, Sonnabend 11-17 Uhr.

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