Kultur : "Eine Abstimmung mit den Füßen"

Biere fiel der ebenso spektakuläre wie umstrittene Trick ein, alle Waren mit Aufklebern zu "Berlin Souvenirs" zu erklären, um sie als Folge der jüngsten Neuregelung für die Innenstadt als Touristenbedarf verkaufen zu können. Einwände hat er nicht gelten lassen, und juristisch ließ er sich offenbar nicht beeindrucken. Mit dem Kaufhof-Chef sprach Cay Dobberke. Wie zufrieden sind Sie mit dem Sonntagsverkauf? Ich bin überwältigt von diesem Tag, unsere kühnsten Erwartungen sind heute übertroffen worden. Unsere Einschätzung war noch gestern am Sonnabend, dass mit bis zu 30 000 Kunden zu rechnen sein wird. An einem normalen Tag besuchen uns ungefähr 20 000 Kunden, am ersten Tag des Schlussverkaufs waren es etwa 40 000. Jetzt aber ging es eher in Richtung 50 000. Das war buchstäblich eine Abstimmung mit den Füßen. Sie haben ja auch mit vielen Kunden gesprochen. Welche Reaktionen gab es da? Das Echo war gewaltig, die Leute waren so was von begeistert und klopften mir auf die Schulter nach dem Motto: Durchhalten! Ich habe auch noch nicht erlebt, dass 1000 Kunden ein paar Minuten vor der Öffnung unserer Türen auf dem Alexanderplatz applaudieren. Welche Artikel waren die Renner? Dem Wetter entsprechend die Sommerartikel. Besonders gut gingen T-Shirts, leichte Bekleidung und Schuhe. Öffnet Kaufhof weiterhin am Sonntag oder war dies eine einmalige Aktion? Das haben wir natürlich vor. Wir müssen sehen, wie es in den nächsten Tagen weiter geht. Die Behörde hat uns ein Zwangsgeld von 50 000 Mark angedroht. Darüber wird wahrscheinlich am Montag vor Gericht entschieden. Sie fühlen sich also im Recht und meinen, das gesamte Sortiment verkaufen zu dürfen? Wir legen den zu Grunde liegenden Paragrafen so aus, dass wir uns im Recht sehen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben