Eine bunte Rate-Mischung : Das biografische Weihnachtsrätsel 2011
24.12.2011 00:00 UhrEine Frau, die im Tod einen Sieg sah
Als das Abstimmungsergebnis bekannt gegeben wurde, stürmten die NSDAP-Abgeordneten jubelnd nach vorn und sangen das Horst-Wessel-Lied. 444 Parlamentarier, mithin eine große Mehrheit, hatten für das Ermächtigungsgesetz gestimmt. 94 votierten dagegen. Unter ihnen war eine Frau, die zu diesem Zeitpunkt wusste, dass Hitler Deutschland ins Verderben führen würde.
Der Terror von rechts forderte immer mehr Tote, Sprengstoffattentate häuften sich. Sie konnte politisch nichts mehr dagegen tun und hielt es nicht mehr aus, zuzusehen. Über eine Flucht ins Ausland hat sie nicht nachgedacht, im Exil sah sie keine Alternative. Stattdessen plante sie ihren Freitod bis ins letzte Detail – und schrieb sogar auf, was auf ihren Grabstein stehen sollte. Es war ein hoffnungsvoller Satz, der einen passenden Schlusspunkt setzte für ein Leben, das sie „der guten Sache des Proletariats“ gewidmet hatte.
Früh interessiert sich die Lehrerin für Politik, tritt mit 25 Jahren in die sozialdemokratische Partei ein. Sie kämpft für die Gleichberechtigung weiblicher Beamter und glaubt, dass Frauen politisch viel bewirken können. Als Reichstagsabgeordnete geht sie bald mit guten Beispiel voran, ergreift das Wort, mischt sich ein, streitet. Wenige waren so mutig, so konsequent, so uneigennützig wie sie. Die Stadt München hat nach dem Krieg eine Straße nach ihr benannt.
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- Seite 6: Eine Frau, die etwas von Macht verstand
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- Seite 8: Ein Mann, der für die Freiheit kämpfte
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