Kultur : Eine frauliche Erkundung der Stadt

sik

Dieser Stadtführer, pardon, diese Stadtbegleiterin "Lesbisches Berlin" ist wirklich politisch superkorrekt. Zugegeben, bei der eindeutig weiblichen Zielgruppe des von Traude Bührmann herausgegebenen Buchs könnte das Wörtchen "man" nach all den Schlachten um eine weibliche Sprache noch immer Anstoß erregen. Also erkundet selbstverständlich in einigen der Texte frau die Stadt, und lesbe steht am Tresen. Das Bemühen um die politische Korrektheit setzt sich in einzelnen Kapiteln fort: So schildert die behinderte Lesbe ihre Erfahrungen in der Stadt und berichten Frauen aus Simbabwe, der Türkei oder dem Iran.

Die Autorinnen, zum großen Teil Journalistinnen aus Berlin, verzichten bewusst und sinnvollerweise darauf, der ganzen Stadt gerecht werden zu wollen. Sie beschränken sich auf Charlottenburg, Schöneberg, Tiergarten, Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Kreuzberg. Was gäbe es schon lesbenspezifisch Szeniges oder Geschichtliches beispielsweise aus Tempelhof zu berichten? Sehr ausführlich ist der Service- und Adressenteil - und besonders praktisch: der Streckenplan von U- und S-Bahn.Traude Bührmann: Lesbisches Berlin, Die Stadtbegleiterin. Orlanda Verlag, Berlin 1999. 281 Seiten, 24 DM.

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