Kultur : Eine Mutter lernt laufen

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Als „der Kindsvater“ und Dorothee Nolte beschlossen, zum zweiten Mal Nachwuchs in diese Welt zu setzen, war der Zweck der Übung, eine Tochter hervorzubringen. Das Ergebnis war ein kleiner blonder Mann mit dem Namen Baby und dem „illusionslosen Gesichtsausdruck des Zweitgeborenen, der um sein Schicksal als PunchingBall weiß“. Pointiert schildert die Tagesspiegel-Redakteurin ihre Erlebnisse mit dem Neuankömmling und dessen großem Bruder, der seit seinem vierten Geburtstag verheiratet ist, den Funkturm erbaut hat und mit seiner Gattin Lena Luise am liebsten über Dinosaurier diskutiert.

Nach dem ersten Band „Wie eine Mutter entsteht“ (dtv 2002) liegt jetzt der zweite Band der Mutter-Kolumnen von Dorothee Nolte als Buch vor: „Wie eine Mutter laufen lernt“ heißt das Büchlein mit 45 Kolumnen aus dem Alltag einer Jungs- und Doppelmutter, von denen die meisten im Tagesspiegel erschienen sind. Die Autorin berichtet vom Kampf einer Doppel-Linkshänderin mit Autositzverschlüssen und Kinderwagenklappmechanismen, (von der Panik im Wartezimmer mit einem Kind in der Trotzphase), spirituellen Erfahrungen im Schwangeren-Yogakurs bis hin zum vergeblichen Versuch der eingefleischten Eltern ins Nachtleben zurückzukehren – und spricht eine Liebeserklärung aus: an die Tagesmütter und Kita-Erzieherinnen dieser Welt, ohne die es um die geistige Gesundheit der leiblichen Mütter schlimm bestellt wäre. Tsp

— Dorothee Nolte: Wie eine Mutter laufen lernt. dtv, München 2005. 109 Seiten, 8,50 €.

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